{"id":18100,"date":"2020-07-25T17:31:39","date_gmt":"2020-07-25T15:31:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christus-gemeinde.net\/web\/cms\/?page_id=18100"},"modified":"2020-07-25T17:52:58","modified_gmt":"2020-07-25T15:52:58","slug":"baptismus-in-deutschland","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.christus-gemeinde.net\/cms\/medien\/texte\/baptismus-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Der Baptismus in Deutschland"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"18100\" class=\"elementor elementor-18100\" data-elementor-post-type=\"page\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-257503b elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"257503b\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-f2119bf\" data-id=\"f2119bf\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-f31fdbc elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"f31fdbc\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<header class=\"entry-header\"><h1 class=\"entry-title\">Der Baptismus in Deutschland<\/h1><\/header><div class=\"entry-content\"><p align=\"center\"><em>von \u00a0Petra Cholewa<\/em><\/p><p>1834 wurde die erste deutsche Baptistengemeinde in Hamburg gegr\u00fcndet. Wie es dazu kam und wie sich der Baptismus bei uns weiterentwickelte, werde ich in kurzer Form darlegen.<\/p><p>Der deutsche Baptismus geht zur\u00fcck auf Johann Gerhard Oncken, der im Jahre 1800 in Varel unehelich geboren wurde. Nach menschlichem Ermessen war das ein recht ung\u00fcnstiger Start, f\u00fcr Gott jedoch kein Hindernis. Oncken fand eine Stelle als Kaufmannsgehilfe und ging mit 14 Jahren mit seinem Chef zun\u00e4chst nach Schottland, wo er die Gottesdienste in einer Freikirche besuchte. Sp\u00e4ter zog er nach London um und bekehrte sich dort in einer Methodistenkirche. Von diesem Zeitpunkt an wusste er sich in den Missionsdienst berufen. Mit 23 Jahren kehrte er als Mitarbeiter einer \u00fcberkonfessionellen Missionsgesellschaft nach Deutschland zur\u00fcck, und zwar nach Hamburg. Hier er\u00f6ffnete er eine Buchhandlung und sorgte von hier aus f\u00fcr die Verbreitung von Traktaten und Bibeln. Dar\u00fcber hinaus hielt er Erweckungsversammlungen ab unter Seeleuten und in Privatwohnungen. Zum Teil arbeitete er mit einer unabh\u00e4ngigen englisch-reformierten Kirche zusammen, dieser Gemeinde schloss er sich auch an. Die erste deutsche Sonntagsschule, die Bestand hatte, gr\u00fcndete er wiederum gemeinsam mit einem lutherischen Pastor. Allerdings musste er bald aus dieser Arbeit wieder aussteigen, weil er nicht der Staatskirche angeh\u00f6rte.<\/p><p>Seine T\u00e4tigkeit war in der \u00d6ffentlichkeit heftig umstritten, und es kam immer wieder zu Behinderungen und auch Bestrafungen. Ein Beispiel: Im Dezember 1823 besuchten 10 Personen seine Versammlungen, knapp 3 Monate sp\u00e4ter waren es 280 Menschen. Daraufhin wurden diese Veranstaltungen verboten.<\/p><p>Oncken kann uns ein Vorbild darin sein wie er unbeirrbar seiner Berufung folgte. Als er mit 84 Jahren starb hatte er allein in Hamburg 1022 Menschen getauft.<\/p><p>Durch sein Bibelstudium und Beobachtung der bekehrten Menschen kam er zu der \u00dcberzeugung, dass es nicht ausreicht bekehrt zu sein. Regelm\u00e4\u00dfig las er mit einer kleinen Gruppe die Apostelgeschichte und bald wurde allen klar, dass die Gemeinde Christi nur aus bekehrten Menschen bestehen d\u00fcrfe, die auf das Bekenntnis ihres Glaubens getauft waren. Sofort wurde auch in ihnen der Wunsch nach der Taufe wach, aber bis es soweit war, vergingen noch 5 Jahre. Oncken war n\u00e4mlich nicht bereit sich in England taufen zu lassen, weil er dann zu lange seine Missionst\u00e4tigkeit h\u00e4tte unterbrechen m\u00fcssen.<\/p><p>1833 besuchte der amerikanische Theologe Sears die Gruppe, und er war sehr erstaunt, dass keinerlei Taufunterricht mehr n\u00f6tig war. Allerdings wurde die Taufe wiederum aus Gr\u00fcnden der Mission verschoben. Als es endlich soweit war, befragte Sears die T\u00e4uflinge nach ihrem Bekenntnis und ihrer Bereitschaft zur Nachfolge wie es bei uns auch noch gehandhabt wird. Oncken und 6 andere Gl\u00e4ubige wurden dann durch Untertauchen in der Elbe getauft und am n\u00e4chsten Morgen, dem 23.4.1834 in Onckens Wohnung die erste deutsche Baptistengemeinde gegr\u00fcndet. Oncken wurde zum Pastor ordiniert und nach amerikanischem Vorbild ein demokratischer Aufbau der Gemeinde beschlossen.<\/p><p>Im folgenden Jahr wurde Oncken Vertreter der Au\u00dfenmissionsgesellschaft der amerikanischen Baptisten. Dadurch ergab sich eine enge Verbindung nach Amerika. Von dort wurde das deutsche Werk auch viele Jahre finanziell unterst\u00fctzt. Aber auch die Kontakte nach England pflegte Oncken. So wurde die Gemeinde, die unabh\u00e4ngig entstanden ist, jetzt durch den amerikanischen und englischen Baptismus mitgepr\u00e4gt.<\/p><p>1836 kam Julius K\u00f6bner zur Hamburger Gemeinde. Er war Sohn eines Rabbiners, in D\u00e4nemark geboren und hatte sich dann der luth. Kirche angeschlossen. K\u00f6bner wurde ein bekannter baptistischer Schriftsteller und Liederdichter. Er schrieb zum Beispiel: \u201eLobt in seinem Heiligtume\u201c, \u201eLa\u00dft uns tun was er geboten\u201c und \u201eRausche unter uns, du Geist des Lebens\u201c. Er wurde ein Mitarbeiter Onckens und diente in den Gemeinden Barmen, Kopenhagen und Berlin als Prediger.<\/p><p>In Berlin schloss sich Gottfried Wilhelm Lehmann der Gemeinde an. Er war pietistisch ausgerichtet. Diese 3 grundverschiedenen M\u00e4nner, der calvinistische Oncken, K\u00f6bner und der Pietist Lehmann, vergeudeten nicht ihre Kraft im Kampf gegeneinander sondern sie waren dazu in der Lage, ihre Unterschiedlichkeit als Erg\u00e4nzung zu betrachten, zusammen zu arbeiten und den deutschen Baptismus am Anfang zu pr\u00e4gen. Der enge Zusammenhang zwischen Glaubenstaufe und Gemeindemitgliedschaft, die Trennung von Kirche und Staat und die Verbindung autonomer Gemeinden ist auf das angels\u00e4chsische Freikirchentum zur\u00fcckzuf\u00fchren. Vom Pietismus floss die Betonung der Bekehrung und der pers\u00f6nlichen Glaubenserfahrung und die enge Bindung an die Schrift in den Baptismus ein. Insbesondere Lehmann verdanken wir das offene Abendmahl und die Lieder der Herrnhuter Br\u00fcdergemeinde. Auf seine Anregung hin wurde 1857 der norddeutsche Zweig der Ev. Allianz gegr\u00fcndet. Dass die Baptisten sich auch anderen Kirchen verbunden wissen, ist also nicht neu.<\/p><p>Durch Oncken kamen in erster Linie Menschen aus mittleren und einfachen Bev\u00f6lkerungsschichten zur Gemeinde, die sich bem\u00fchten nach Onckens Motto zu leben \u201eJeder Baptist ein Missionar\u201c. 3\/4 aller M\u00e4nner, die in den ersten 15 Jahren getauft wurden, waren Handwerker, davon wiederum viele Wandergesellen, die stark zur Ausbreitung der baptistischen Bewegung beitrugen. Die Gemeinde war damals noch heftig bek\u00e4mpft. Wer sich ihr anschloss, rechnete mit Hausdurchsuchungen, Pf\u00e4ndungen, Inhaftierungen und Ausweisungen. 1849 schlossen sich durch Lehmanns Aktivit\u00e4t die inzwischen 25 deutschen mit den d\u00e4nischen Gemeinden zu einem Bund zusammen. Im Todesjahr Onckens 1884 gab es in Deutschland bereits 165 Gemeinden mit 3200 Mitgliedern. In Deutschland erhielt der Bund 1888 unter dem Namen Bund der Baptistengemeinden seine rechtliche Anerkennung. Innerhalb dieses Bundes blieben die Qrtsgemeinden in jeder Hinsicht autonom. Der Bund nimmt im Auftrag der Gemeinden nur solche Aufgaben wahr, die die Kraft der einzelnen Gemeinde \u00fcbersteigt oder die alle Gemeinden betreffen.<\/p><p>Die Baptisten haben keinen Kirchenkampf erlebt. Die leitenden M\u00e4nner sahen die Entwicklung von R\u00f6mer 13, wo steht, dass jede Staatsgewalt von Gott eingesetzt ist. Als sich aus politischen Gr\u00fcnden 1941 die Baptistengemeinden mit den Br\u00fcdergemeinden zusammengeschlossen haben, verzichtete der Bund auf den international bekannten Namen Baptisten und nannte sich nun \u201eBund Ev. Frk Gemeinden\u201c. Nach dem Krieg verlie\u00dfen 120 der Br\u00fcdergemeinden den Bund wieder, w\u00e4hrend 80 mit 7000 Mitgliedern im Bund blieben. Zwischen diesen Gemeinden unterschiedlicher Herkunft ist durch die Zusammenarbeit und durch Umz\u00fcge das Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl stark gewachsen.<\/p><p>Die einzelnen Gemeinden einer Region sind der jeweiligen Vereinigung und dem Bund angeschlossen, die Vereinigungen erm\u00f6glichen eine gezieltere Zusammenarbeit im regionalen Bereich. Auch k\u00f6nnen Bundesangelegenheiten \u00fcber die Vereinigung konkreter an die Gemeinden herangebracht werden.<\/p><p>Jetzt noch kurz zu den Werken unseres Bundes:<\/p><p>Das \u00e4lteste Werk ist der Onckenverlag. Er hat seinen Namen nicht erhalten um Oncken zu ehren, sondern Oncken hat mit 78 Jahren seine Buchhandlung und Schriftenversand dem Bund \u00fcbereignet. Daraus hat sich der Verlag entwickelt.<\/p><p>Das Predigerseminar nahm 1880 in Hamburg seine ersten Studenten auf. Vorher wurden dort schon seit 30 Jahren Missionskurse von 6 Monaten Dauer durchgef\u00fchrt. Heute werden unsere Pastoren in einem neuen Komplex in Elstal ausgebildet.<\/p><p>F\u00fcr den Bund war und ist die Mission von gro\u00dfer Bedeutung. Bereits 1882 gab es eine Mission unter indischen Frauen. Es folgen eine Soldatenmission, Kamerunmission, Seemanns- und Studentenmission und 1907 wurde der erste Bundesevangelist angestellt. Ich will Euch jetzt nicht mit weiteren Bundeswerken langweilen. Nur noch ein paar aktuelle Zahlen zum Schluss:<\/p><p>Im Dezember 2006 gab es in Deutschland 13 Vereinigungen, 845 Gemeinden und 85.031 Mitglieder.<\/p><\/div>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Baptismus in Deutschland von \u00a0Petra Cholewa 1834 wurde die erste deutsche Baptistengemeinde in Hamburg gegr\u00fcndet. Wie es dazu kam und wie sich der Baptismus bei uns weiterentwickelte, werde ich in kurzer Form darlegen. 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