{"id":18079,"date":"2020-07-25T17:02:39","date_gmt":"2020-07-25T15:02:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christus-gemeinde.net\/web\/cms\/?page_id=18079"},"modified":"2020-07-25T17:05:22","modified_gmt":"2020-07-25T15:05:22","slug":"was-gemeinde-ist","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.christus-gemeinde.net\/cms\/medien\/texte\/was-gemeinde-ist\/","title":{"rendered":"Was Gemeinde ist und was sie nicht ist"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"18079\" class=\"elementor elementor-18079\" data-elementor-post-type=\"page\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-d6d8c11 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"d6d8c11\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-e788251\" data-id=\"e788251\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-ee609f6 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"ee609f6\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h1>Was Gemeinde ist und was sie nicht ist<\/h1><p>Es ist unverst\u00e4ndlich, welche Bilder und diffusen Vorstellungen viele Menschen, sogar Gemeindeglieder von der Gemeinde Jesu Christi haben.<\/p><p>Die Bibel geht davon aus, dass Christus in den an ihn gl\u00e4ubig Gewordenen lebt und der Heilige Geist in ihnen wohnt, dass aber auch wir als Gl\u00e4ubige in Christus sind. Sie sagt auch deutlich, dass die Gemeinde der Leib Christi auf Erden ist, aber auch das Haus und der Tempel Gottes und des Heiligen Geistes. Das wiederum bedeutet auch, dass die Gemeinde sowohl eine himmlische Gr\u00f6\u00dfe, als auch eine irdische Gr\u00f6\u00dfe ist.<\/p><p>Wie ist das zu verstehen?<\/p><p>Gemeinde Christi wird schon dort sichtbar, wo zwei oder drei in dem Namen Jesu Christi versammelt sind. Man sagt, das sei die kleinste Kirche oder Gemeinde Jesu Christi der Welt, denn da ist Christus mitten unter ihnen!<\/p><p>Aber bei dieser kleinen Zahl bleibt es nicht. Denn auch da, wo 100, 1.000, 100.000 oder noch mehr Gl\u00e4ubige an einem oder an mehreren Orten in dem Namen Christi versammelt sind, ist Gemeinde Jesu Christi und ist er mitten unter ihnen.<\/p><p>Diese gesamte Gemeinde Christi auf Erden ist verbunden mit denen, die schon vollendet sind. So machen sie alle auf Erden und im Himmel auch die himmlische Gr\u00f6\u00dfe der Gemeinde Jesu Christi deutlich.<\/p><p>Es gibt f\u00fcr die Gemeinde Christi auf Erden weitere Bilder. So ist sie eine berufene J\u00fcngerschaft, eine Lebens-, Schul- und Lerngemeinschaft, wo M\u00e4nner und Frauen Nachfolge Christi leben und sich senden lassen zum Dienst f\u00fcr Gott und an Menschen in dieser Welt.<\/p><p>Gemeinde ist auch Rettungsboot und Zufluchtsort f\u00fcr solche, die Gott, Rettung, Vergebung, Erl\u00f6sung, Befreiung und Hilfe brauchen und suchen.<\/p><p>Gemeinde ist auch Familie, wo Menschen unterschiedlichen Geschlechts, Alters, Familienstandes, Rasse, Herkunft und Bildung Christus und einander angenommen haben und in mehr oder weniger enger Gemeinschaft in Gemeinden oder Kommunit\u00e4ten leben, mit dem Bed\u00fcrfnis, Gott zu ehren und zu loben und mit dem Auftrag, Zeugen Jesu Christi zu sein.<\/p><p>Nach dem biblischen Zeugnis in Hebr.10,25 u.a. (\u201eLast uns nicht verlassen unsere Versammlungen\u201c), kann niemand ohne Gemeinde Christ sein. Wenn wir wirklich begriffen haben und nachvollziehen, was Gemeinde ist, dann werden wir unserer Berufung und Bestimmung mit Freuden nachkommen. Vielleicht gelingt es uns besser, uns von den Klischeevorstellungen \u00fcber Gemeinde Christi zu l\u00f6sen, wenn wir uns auch klar machen, was Gemeinde nicht ist.<\/p><p>Das soll in folgenden 14 Punkten deutlich werden.<\/p><h2>1. Die Gemeinde ist kein Einheitsbrei.<\/h2><p>Wenn Einheit und Einigkeit ein besonderes Merkmal der Gemeinde Jesu ist, hat sie keine verwischten Grenzen, sondern klare Konturen. Paulus sagt im 1. Korintherbrief: \u201eIch habe es alles Macht, aber es frommt nicht alles\u201c oder \u201eEs ist mir alles erlaubt, aber es soll mich nichts gefangen nehmen.\u201c Damit zeigt er Grenzen unseres Lebens und Handelns auf.<\/p><p>Das w\u00fcrde auch bedeuten: Alles in der Gemeinde muss an dem Wort Gottes, das er uns offenbart hat, am Heiligen Geist und seinen Wirkungen gemessen werden und nicht an pers\u00f6nlichen theologischen Erkenntnissen und Lieblingsgedanken. Einheit der Gemeinde ist nicht begr\u00fcndet oder zu finden in einer ausufernden Toleranz, die ungepr\u00fcft alles hinnimmt und duldet, was auf dem Markt der Religionen angeboten wird, sondern allein unter dem Kreuz Christi!<\/p><h2>2. Die Gemeinde ist keine Insel der Seligen.<\/h2><p>Der pers\u00f6nliche, innere Friede ist ein gro\u00dfes Gut. Von manchen Menschen wird Frieden so verstanden, dass er nur in der Zur\u00fcckgezogenheit mit sich selbst oder mit seinem Gott allein zu finden sei, erlebt und gelebt werden k\u00f6nne. Weil sie Menschen und Auseinandersetzungen als Friedensst\u00f6rer empfinden, ziehen sie sich zur\u00fcck. Das aber ist ein Irrweg! Denn Frieden gibt es nicht durch Flucht aus schwierigen Situationen und Konflikten, sondern durch die Begegnung mit Christus und auch mit anders denkenden Menschen. Gerade die Auseinandersetzung mit ihnen, das L\u00f6sen von Konflikten, die Vergebung, die Vers\u00f6hnung, der Friedensschluss, das vers\u00f6hnte Leben und die Gemeinschaft mit Gl\u00e4ubigen macht gl\u00fccklich und l\u00e4sst uns im Frieden leben. Ohne diese Gemeinschaft werden Menschen zu weltfremden, scheinheiligen Eigenbr\u00f6dler, die ihr geistliches Leben aufs Spiel setzen.<\/p><p>Ohne Auftrag und ohne Befolgung der Weisung Jesu Christi, Gemeinschaft zu suchen und zu leben, sind Menschen wie Schafe, die sich von der Herde und vom Hirten getrennt haben. Darum die Mahnung der Bibel, beieinander zu bleiben, alles gemeinsam zu haben und f\u00fcreinander da zu sein damit niemandem etwas mangelt.<\/p><h2>3. Die Gemeinde ist kein exklusiver Verein.<\/h2><p>Wenn auch in der Gemeinde das, was Gemeinschaft zerst\u00f6rt, abgewiesen werden muss und sie sich rein halten soll von dem B\u00f6sen und d\u00e4monischer Infiltration, kann sie doch nicht nur unter sich und gegen Fremde oder Fremdes abgeschlossen sein. Sie soll einen Ort pr\u00e4sentieren, wo Leben nach dem Wort Gottes und in der Gemeinschaft mit Gl\u00e4ubigen m\u00f6glich ist. Solange Gemeinde auf Erden ist, ist sie sowohl f\u00fcr Gott, als auch f\u00fcr die Welt da!<\/p><p>Wenn die Gemeinde Leben aus Christus hat, ist sie mit einer geistlichen Kraft ausger\u00fcstet und muss sie, gem\u00e4\u00df ihrem biblischen Auftrag, ein offenes Haus haben. Sie darf und muss ohne Angst, sich mit S\u00fcnde zu infizieren, Menschen ohne Ansehen der Person, also auch S\u00fcnder, zu sich einladen, um ihnen Christus nahe zu bringen.<\/p><h2>4. Die Gemeinde ist keine verschlossene Festung.<\/h2><p>Dennoch ist die Gemeinde eine Burg, wo Menschen Schutz suchen; ihn finden sollen und k\u00f6nnen. Sie ist zwar angreifbar und verwundbar, dennoch ist sie weder von M\u00e4chten der Finsternis einnehmbar noch zerst\u00f6rbar. Sie ist so gesichert, dass Feinde keinen Zugang finden. Dennoch ist sie offen f\u00fcr solche, die Zuflucht suchen. Jeder soll in seiner Not Zugang finden, Einlass bekommen und Geborgenheit und Frieden erfahren.<\/p><p>Die Gemeinde ist von Gott bewacht, von seinen Engeln gesch\u00fctzt und mit W\u00e4chtern ausgestattet, die ihren von Gott gegebenen Gaben entsprechend ausger\u00fcstet, bei Einlassbittenden Vertrauen wecken und andererseits satanische Einbruchsversuche erkennen und zur\u00fcckweisen sollen und k\u00f6nnen.<\/p><h2>5. Die Gemeinde ist kein Schmuseklub.<\/h2><p>Ganz gewiss darf es in einer Christengemeinde nicht an N\u00e4he und Herzlichkeit fehlen, schlie\u00dflich ist Herzlichkeit ein besonderes Erkennungsmerkmal. Auch Streicheleinheiten sind notwendig. Sie tun der Seele gut. Aber gewiss nicht vereinnahmend oder in dem Stil: \u201ePiep, piep, piep! Wir haben uns alle lieb!\u201c, sondern in Aufrichtigkeit und Achtung voreinander.<\/p><p>Das bedeutet: Jeder soll und muss in der Christusnachfolge die Anweisungen zum geistlichen Leben deutlich h\u00f6ren und soll sie auch befolgen. Fehlverhalten (S\u00fcnde, Schuld) darf nicht aus Angst vor negativen Reaktionen \u201eunter den Tisch gekehrt\u201c werden. Geschieht dies doch, wird nicht nur der Betreffende Schaden erleiden, sondern kann es der ganzen Gemeinde die Vollmacht nehmen und sie zerst\u00f6ren.<\/p><p>Liebe deckt zu! Aber sie tut es, wenn jemand dem Wirken des Geistes Gottes folgt, seine Schuld, seine S\u00fcnde aufdeckt und sie vergeben ist.<\/p><p>Darum soll geistliche Leitung, biblische Belehrung, ernste geschwisterliche Ermahnung und Zurechtweisung von denen, die \u201eauf unsere Seelen Acht haben sollen\u201c nicht zur\u00fcckgewiesen, sondern angenommen werden.<\/p><h2>6. Die Gemeinde ist kein Wohlf\u00fchlverein.<\/h2><p>Wenn Gemeinde auch als ein Zuhause und als Familie erfahren werden soll, ist sie doch auch ein Ort der Auseinandersetzung. Es ist legitim, dass jeder seine Art, seinen Stil, seine Geschichte, seine Lieblingssachen, seine Angewohnheiten und seine Vorgehensweise hat.<\/p><p>Wichtiger als sich in der N\u00e4he anderer wohl zu f\u00fchlen ist, dass ich dazu beitrage, dass sich die anderen in meiner N\u00e4he wohl f\u00fchlen. Das bedeutet: Ich kann den Raum oder Auftrag (Familie, Gemeinde, Gruppe, Arbeitskreis usw.) nicht einfach verlassen, weil mir das Gemeinschaftsleben nicht ausreicht, weil mir die Art und Weise der Verk\u00fcndigung, der Musikstil oder der Gemeindegesang nicht gef\u00e4llt; weil manches bei mir Unwohlsein bewirkt, weil mir jemand unsympathisch oder auf den Fu\u00df getreten ist oder weil die anderen nicht so wollen, wie ich will. Warum halte ich den anderen nicht aus? Fehlt es mir an der Liebe Christi?<\/p><p>Wer bestimmen oder leiten will, muss h\u00f6ren und gehorchen gelernt haben! Das trifft auf jegliche Zusammenarbeit zu. Ergo: Wer sich wohl f\u00fchlen will, muss dem anderen zum Wohlsein verhelfen, muss auf ihn zugehen, darf ihn nicht meiden.<\/p><h2>7. Die Gemeinde ist keine \u201eheile Welt\u201c.<\/h2><p>Auch wenn in der Gemeinde Heilung in jeder Hinsicht erfahren werden soll und erfahren wird, bleiben Christen doch nicht vor Versuchung, Krankheit, Verfolgung und Martyrium verschont. Weil aber Christus die Mitte der Gemeinde ist, ist sie auch ein Ort der Heilung, sowohl von Krankheiten, als auch von Lebenskrisen oder \u2013Schicksalen. Menschen erfahren Vergebung ihrer Schuld und Befreiung von \u00c4ngsten und Gebundenheiten. Andere bekommen Kraft und Frieden Krankheiten und schwierige Lebenslagen zu bew\u00e4ltigen.<\/p><p>Dennoch kann es sein, dass mancher (oder jeder?) nach seiner Umkehr zu Christus Ecken und Kanten beh\u00e4lt, an denen sich andere verletzen k\u00f6nnen. Auch in der Gemeinde Christi kann es Reibereien geben, k\u00f6nnen Menschen Ansto\u00df geben oder nehmen. Aber gerade dann kann ein Prozess der Vergebung, der Vers\u00f6hnung und der Heiligung einsetzen. Auf die Weise werden Ecken und Kanten bei uns durch die Liebe Christi abgeschliffen, so dass wir weniger verletzend werden.<\/p><h2>8. Die Gemeinde ist kein Interessenverein.<\/h2><p>Auch wenn jeder in der Gemeinde eine Umkehr zu Christus vollzogen hat, jeder eine besondere Christuserfahrung hatte und das gemeinsame Interesse darin besteht, ein Leben mit Christus und f\u00fcr Christus zu f\u00fchren, gibt es doch unterschiedliche, menschliche Erwartungen und Interessen.<\/p><p>Was uns in Wahrheit miteinander verbindet, ist nicht ein gemeinsames Hobby oder ein Spleen f\u00fcr gewisse Stunden oder Zeiten, ist nicht ein Sonntagsgottesdienst, ein Haus-, ein Gebetskreis oder eine Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr 1-2 Stunden in der Woche, sondern das neue gemeinsame Leben, das alle unsere Lebensbereiche betrifft. Die Bibel vergleicht die Gemeinde mit einem Leib, bei dem alles durch Gelenke, Glieder und Organe miteinander verbunden ist. Nur so funktioniert der Leib!<\/p><p>Darum besteht das gemeinsame Interesse der Gl\u00e4ubigen zun\u00e4chst im Leben in Christus und im Dienst f\u00fcr ihn. Diesen Dienst hat jeder mit seinen spezifischen Gaben ohne Gleichmacherei und ohne einen anderen zu kopieren, gem\u00e4\u00df dem Auftrag Jesu Christi auszurichten. Auf diese Weise vertreten wir nicht unsere theologischen, sondern die biblisch-geistlichen Interessen des Reiches Gottes!<\/p><h2>9. Die Gemeinde ist kein Wohlt\u00e4tigkeitsverein.<\/h2><p>Auch wenn man sich in der Gemeinde der Not anderer annehmen soll, kann damit nicht gemeint sein, dass jeder erwarten kann, dass die Gemeinde besonders f\u00fcr ihn da sein muss. Gewiss kann jeder Erwartungen \u00e4u\u00dfern, aber er kann eine Hilfeleistung nicht einfordern, so wie man die Lieferung eine Ware gegen Bezahlung einfordern kann. Wir k\u00f6nnen nicht die eigene Leistung nur mit dem Zweck einer Gegenleistung erbringen, also Leistungen gegeneinander aufrechnen.<\/p><p>In der Gemeinde Jesu kann Wohlt\u00e4tigkeit nicht einmal vom Bed\u00fcrftigen als Einforderung verstanden werden, sondern als eine Dienstleistung der Liebe, die von jedem erbracht werden soll. Es gibt Menschen, die nur ihre eigene Not sehen und meinen, auf Hilfe Anspruch zu haben. Dann h\u00f6rt man die Klage: \u201eSo schlecht wie mir, geht es keinem anderen!\u201c<\/p><p>Darum merke sich jeder: Gemeinde bedeutet, dass jeder sich zeigen l\u00e4sst, (auch ich mir zeigen lasse, wo ich), wo er dem anderen wohl tun kann ohne auf die Wohltat eines anderen zu spekulieren.<\/p><h2>10. Die Gemeinde ist kein Ort des Spektakels.<\/h2><p>Auch wenn Anreize zur Umkehr des Menschen zu Gott, und zur Nachfolge Christi im Gottesdienst ihren Platz haben und moderne Mittel eingesetzt werden m\u00fcssen, um an Menschen unserer Zeit heranzukommen, darf doch das geistliche Anliegen nicht darunter leiden! Musikalische Darbietungen, Sketche, Laienspiele, Kabarett, Spiel, Sport und \u00e4hnliches d\u00fcrfen das geistliche Wort und das Anliegen Gottes nicht verw\u00e4ssern, verdr\u00e4ngen oder ihm gar zuwider handeln.<\/p><p>Ein Gottesdienst muss auch von der Freude bestimmt sein, erreichen aber die Beitr\u00e4ge die Dimension des Spektakul\u00e4ren, bekommen sie eine Eigendynamik. Sie wecken und streicheln vielleicht die Gef\u00fchle, k\u00f6nnen aber die Sinne des Menschen tr\u00fcben und es ihm schwer, oft sogar unm\u00f6glich machen, n\u00fcchterne Entscheidungen zu treffen. Dar\u00fcber hinaus kann Spektakul\u00e4res dahin f\u00fchren, dass der Heilige Geist nicht mehr die Herrlichkeit Gottes gro\u00df macht, dass das Wort Gottes nicht die Tiefen des Gewissens trifft und das Wirken des Heiligen Geistes verhindert wird. Die Folge davon ist: Er zieht sich zur\u00fcck! In rechter, das hei\u00dft, in geistlicher Weise angewandt, k\u00f6nnen jedoch auch die so genannten modernen Mittel der Verk\u00fcndigung zu einem Transportmittel der Guten Nachricht werden.<\/p><h2>11. Die Gemeinde ist kein Selbstbedienungsladen.<\/h2><p>Auch wenn in einer Gemeinde alles reichlich vorhanden sein soll, was das geistliche Leben des einzelnen aufbaut und f\u00f6rdert, kann es doch nicht nur so sein, dass sich jeder, ohne selbst etwas zu investieren, nur die besten St\u00fccke herauspickt, die seine eigenen geistlichen Bed\u00fcrfnisse befriedigen; dass er sich aber zur\u00fcckzieht, wenn das Angebot nach seiner Meinung nicht mehr so attraktiv ist.<\/p><p>Gemeinde ist kein Versorgungsunternehmen, das man aufsucht, um religi\u00f6se und seelische Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen. Wenn dann der eigene \u201eLaden\u201c nichts \u201eVern\u00fcnftiges\u201c mehr anzubieten hat, l\u00e4uft man in einen anderen und scheut weder Zeit noch Kosten. Mancher hat sich, etwa auf Gro\u00dfveranstaltungen und Konferenzen geistlich den Magen verdorben, weil er nur H\u00f6hepunkte in seinem geistlichen Leben zulassen wollte. Die Folge war, dass er danach nicht mehr f\u00e4hig war, die \u201eHausmannskost\u201c der eigenen Gemeinde aufzunehmen. Jeder in der Gemeinde muss bereit sein, auch etwas zu verdauen, was nicht nur seinen Gaumen kitzelt, sondern woran er zu knacken hat und was zu seiner geistlichen Auferbauung notwendig ist.<\/p><h2>12. Die Gemeinde ist kein Pflegeheim.<\/h2><p>Auch wenn es leiblich, seelisch oder geistlich Schwache und Kranke gibt und einer sich um den anderen k\u00fcmmern soll, kann eine Pflege bzw. eine Rundum- Versorgung von keinem Gemeindeglied eingefordert werden. Niemand darf einen anderen zu einem geistlichen Pflegedienst nur an sich selbst verpflichten oder eine fordernde Erwartungshaltung einnehmen und als Konsument unentwegte Aufmerksamkeit \u00fcber die Mitleidstour beanspruchen.<\/p><p>Niemand soll sich nur pflegen lassen oder sich nur selber pflegen. Jeder soll auch f\u00fcr den anderen da sein. Darum sind alle aufgerufen, die Pflegedienste zu verrichten, f\u00fcr die sie Kraft, entsprechendes Verm\u00f6gen, den Auftrag und Vollmacht haben. Auch der Schwache und sogar Todkranke, bekommt von Gott eine M\u00f6glichkeit, mit dem wenigen, was er noch hat, zu wuchern, das hei\u00dft, vielleicht auf einem ganz anderen Gebiet als dem, auf dem er sich selbst befindet oder was ihn gerade selbst betrifft, einem anderen vielleicht nur ein geringes Gutes zu tun. Nach den M\u00f6glichkeiten und Kr\u00e4ften, die Gott jedem unterschiedlich gegeben hat, kann sogar von einem Pflegebed\u00fcrftigen irgendeine Hilfe durch Wort und Tat geleistet werden.<\/p><h2>13. Die Gemeinde ist kein Sanatorium.<\/h2><p>Auch wenn Gemeinde ein Ort der Erholung, Regenerierung und Heilung ist, wo Leib und Seele gesunden k\u00f6nnen, ist sie doch kein Ort, der dem einzelnen die Verantwortung f\u00fcr sein Tun abnimmt. Sie ist kein steriler Raum, wo \u201eMimosen\u201c gez\u00fcchtet werden, die sich krank verhalten, wenn sie nicht gen\u00fcgend beachtet werden.<\/p><p>Von jedem Menschen \u2013 und gerade von jedem, der durch Christus neues Leben bekommen hat &#8211; kann erwartet werden, dass er seinen oder sie ihren Willen zur v\u00f6lligen Gesundung oder Befreiung einsetzt, auch wenn dies nur ein Restwille sein mag. Das \u201eIch kann nicht!\u201c, ist eine Ausrede, die nicht einmal ein Beinamputierter ausspricht, wenn er eine M\u00f6glichkeit bekommt, mit einer Prothese zu laufen. Er wird es zumindest versuchen.<\/p><p>Von jedem Glied einer Christusgemeinde kann Gott erwarten, dass es bereit ist, einander zu ermutigen und zu unterst\u00fctzen. Unterst\u00fctzung ist m\u00f6glich, auch wenn der eine links und der andere rechts hinkt!<\/p><h2>14. Die Gemeinde ist kein Museum.<\/h2><p>Auch wenn gute Traditionen geachtet werden sollen, weil sie zu ihrer Zeit ihren Platz im Leben einzelner und der Gemeinde hatten, m\u00fcssen sie doch auch zum geistlichen Leben heute beitragen. Anders sollte man sie nicht pflegen. Wenn Vergangenes nur ehrf\u00fcrchtig oder gar sehnsuchtsvoll bestaunt wird und nicht zu zukunftsorientierten Ma\u00dfnahmen herausfordert, hat es keinen geistlichen Wert. Eine fromme Brauchtumspflege f\u00fchrt zur Glorifizierung des Fr\u00fcheren, f\u00f6rdert die Schw\u00e4rmerei und lenkt von dem ab, was in der Gegenwart f\u00fcr das Wachstum des Glaubens und der Gemeinde wichtig ist.<\/p><p>Wenn alles seine Zeit hat, dann hatte das Alte fr\u00fcher seine Zeit gehabt und das Neue heute! Freuen wir uns am Alten und lernen wir daraus! Wagen wir aber auch immer wieder das Neue, auch wenn es noch keine Bew\u00e4hrungszeit vorweisen kann! Das hei\u00dft Vertrauen, das hei\u00dft Glauben!<\/p><p><em>Willi Bergemann, Wolfenb\u00fcttel, September 2005<\/em><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was Gemeinde ist und was sie nicht ist Es ist unverst\u00e4ndlich, welche Bilder und diffusen Vorstellungen viele Menschen, sogar Gemeindeglieder von der Gemeinde Jesu Christi haben. 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